Der bildende Künstler Franz Wolf erschließt sich die Welt durch alle Sinne, bei denen das Auge die wichtigste Rolle spielt. Seine Bilder sind dem Grunde nach realistisch und gegenständlich, aber er übersetzt seine Wahrnehmungen mit seinen eigenen Empfindungen, Erfahrungen und Erlebnissen. Doch wäre es zu kurz gegriffen, ihn als Surrealisten oder Phantastischen Realisten zu bezeichnen. Franz Wolf hat im Laufe seines Schaffens zu einer eigenen, unverwechselbaren Bildsprache gefunden, in der Zeichnung, in der Malerei und in der Grafik.
Wenn Franz Wolf mit unterschiedlichen Malgründen und Techniken - vom Aquarell über Pastell oder Acryl – oder einem spontanen ersten Farb- oder Grafitauftrag experimentiert, bleibt dennoch nichts dem Zufall überlassen. Denn die Farbe wird absichtsvoll als Träger von Information eingesetzt, zusätzlich zur Bildkomposition und der bildnerischen Gestaltung. Der Strich mit Pinsel oder Stift des Zeichners Franz Wolf konkretisiert das Bild, das längst im Kopf des Künstlers Gestalt angenommen hat, in meisterhafter Detailarbeit.
Es ist das Menschenleben - mit Emotionalität und Sinnlichkeit, Wünschen, Ängsten, Geheimnissen, im Streben nach Identität und Balance -, das Ausgangspunkt für die Kunst Franz Wolfs ist. Menschen werden sichtbar inmitten des Beziehungsgeflechts, in ihrer Gestik und ihrem Mienenspiel. Hinter mancher Symbolik kann man erkennen, welchen Formenreichtum die Natur parat hat. Und in viele Werke fließen Erlebnisse aus den vielen Reisen ein.
In seiner Kunst ist Franz Wolf nicht nur Zeuge von Natur- und Menschenleben – er gibt auch viel von sich selbst und seiner eigenen Befindlichkeit preis. Ohne freilich im Wortsinn autobiografisch zu sein. Doch gerade in dieser Offenlegung regt er die Betrachter an, dem Blick des Künstlers nach innen wie nach außen zu folgen, die eigenen Sinne zu mobilisieren, um letztlich mehr über sich selber zu erfahren.