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‘Ich genieße es sehr, mit dem Chatschaturjan Violinkonzert ein Stück Armenien kennenzulernen...' Alina Pogostkina im Interview

Mo, 13. Februar 2017

Alina Pogostkina interpretiert von 8. bis 10. März 2017 gemeinsam mit dem Mozarteumorchester Salzburg unter der Leitung von Antonio Méndez das berühmte Violinkonzert des armenisch-russischen Komponisten Aram Chatschaturjan.

 

Nähere Informationen und Tickets für das Konzert erhalten Sie hier.

 

Die deutsche Geigerin russischer Herkunft wurde in Leningrad geboren und zog im Alter von acht Jahren mit ihren Eltern nach Heidelberg. Dort wurden Alinas Eltern als Straßenmusiker tätig, noch bevor sie selbst angefangen hatte, mit kleinen Konzerten aufzutreten.

 

 

Michael Sowa im Gespräch mit der deutsch-russischen Geigerin Alina Pogostkina.


Michael Sowa: Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion sind Sie gemeinsam mit Ihrer Familie im Alter von 8 Jahren von St. Petersburg nach Heidelberg gezogen. Wie haben Sie diese Zeit erlebt?

 

Alina Pogostkina: Ich denke, Kinder sind sehr empfänglich für alles, was um sie herum geschieht. Auch wenn ich nicht viel von Politik verstanden habe, oder von den materiellen Sorgen meiner Eltern, habe ich doch emotional sehr viel mitbekommen. Die großen Hoffnungen, die Ängste, die Unsicherheit. Dieses Gefühl in ein fremdes Land zu kommen, alles Alte hinter uns zu lassen, es war ein großes Abenteuer, das uns als Familie sehr zusammengeschweißt hat. In dieser ersten Zeit habe ich auch viel über Menschen gelernt. Wir haben in Deutschland unglaublich viel Hilfsbereitschaft erfahren und sind auf unzählige offene Türen gestoßen.


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Michael Sowa: Wussten Sie damals schon, dass Sie professionelle Geigerin werden möchten? Als Sie in die Musikhochschule Hanns Eisler in Berlin aufgenommen wurden, ging dann alles recht schnell. Welche Rolle spielte der Gewinn des Sibelius Wettbewerbs für Ihre Karriere?


Alina Pogostkina: Das Geigespielen habe ich von meinen Eltern übernommen, ich bin damit großgeworden und es war selbstverständlich für mich, in einem passenden Alter damit anzufangen. Es gab keine Schlüsselerlebnisse, mein Leben ist eine einzige langsame Entwicklung, die für mich mit der Zeit immer mehr Sinn ergibt. Es war immer klar, dass es mein Beruf sein würde. Allerdings ist es ein anderer Prozess, die Berufung darin zu finden. Ich glaube, das ist ein lebenslanger Weg. Der Sibelius Wettbewerb öffnete mir viele Türen und machte es möglich, dass ich mich ganz auf den Beruf als Solo-Geigerin konzentrieren konnte.


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Michael Sowa: Auch zu Salzburg haben Sie bereits eine besondere Verbindung. So haben Sie im Sommer die von Publikum und Presse hoch gelobte letzte Mozart-Matinee unter der Leitung von Sir Neville Marriner gestaltet. Außerdem haben sie Barockvioline hier in Salzburg studiert? Können Sie uns mehr darüber verraten? Was ist der Unterschied zu einer modernen Geige?


Alina Pogostkina: Ich habe mit Reinhard Goebel studiert, was ein großes Glück für mich war. Er ist ein Meister seines Fachs und hat mir sehr viel gegeben. Wir arbeiten nach wie vor viel miteinander. Die Barockgeige ist der Vorgänger der modernen Geige, allerdings spielen die technischen Details viel weniger eine Rolle als die Auseinandersetzung mit Alter Musik, der Historischen Aufführungspraxis. Wenn man etwas über die Musik und ihre Aufführungspraxis weiß, kann man auch auf  Stahlsaiten und modernen Instrumenten spielen. Dagegen ist das Spielen auf Barockinstrumenten ohne diese Auseinandersetzung wenig sinnvoll.


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Michael Sowa: Bei den Konzerten im Großen Festspielhaus interpretieren Sie das Violinkonzert von Aram Chatschaturjan. Lange Zeit war es auf den Spielplänen vieler Konzerthäuser eher selten zu finden. Welchen Stellenwert hat das Werk für Sie persönlich?


Alina Pogostkina: Meiner Meinung nach hat sich das Werk mittlerweile ziemlich etabliert. Natürlich nicht so sehr wie Beethoven und Brahms, aber das sind Meilensteine, an die nicht so leicht ein anderer Komponist herankommt. Für mich ist die Auseinandersetzung mit dem Werk auch recht neu und ich genieße es sehr ein Stück Armenien damit kennenzulernen.


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Michael Sowa: Haben Sie das Werk schon einmal öffentlich aufgeführt? Wie lange beschäftigen Sie sich damit?


Alina Pogostkina: Es ist relativ neu für mich und ich freue mich darauf, es nun gleich mehrere Male aufführen zu können. Auf der Bühne erlebt man ein Stück noch anders als beim Üben im eigenen Wohnzimmer. In der Regel fange ich etwa vier bis sechs Wochen vor der Aufführung an, ein großes Werk zu lernen.


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Michael Sowa: Das Violinkonzert von Aram Chatschaturjan ist ja dem für seine grandiose Technik bekannten Jahrhundertgeiger David Oistrach gewidmet. Der Komponist musste also auf diesbezügliche Einschränkungen keine Rücksicht nehmen. Spürt man das bzw. wie wichtig ist Ihnen Virtuosität und Technik?


Alina Pogostkina: Technik ist für mich nichts weiter als Mittel zum Zweck. Man muss sie beherrschen, um den Ausdruck zu meistern, um an die Seele der Musik zu kommen. Jedenfalls ist das in der Klassischen Musik der Fall. Es gibt auch andere Arten des Musikmachens, wo nicht einmal das notwendig ist. Ich denke, dass Technik in der heutigen Welt völlig überschätzt wird. Mit Virtuosität und dem Glamour, der damit verbunden ist, kann sehr leicht von der eigentlichen Botschaft von Musik abgelenkt werden.


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Michael Sowa: Der Armenier Chatschaturjan hat das Werk in Russland komponiert. Haben Sie als gebürtige Russin einen besonderen Bezug zu seiner Musik? Können Sie sich besser in ihn hinein versetzen?


Alina Pogostkina: Ich weiß nicht, inwiefern die Russische Kultur in dieser sehr armenischen Musik eine Rolle spielt. Ich versuche immer, mich auf das Stück mit ganzem Herzen einzulassen, egal in welchem Land es komponiert wurde. Natürlich liegt einem das eine mehr und das andere weniger, aber jedes Werk ist eine Reise, auch in das eigene Innere, wo man unendlich viele Facetten des Lebens, der Musik und des eigenen Selbst entdecken kann. Die Herkunft kann einem den Zugang erleichtern, nicht aber das tiefe Erleben ersetzen, das außerhalb von Nationalität und Stil liegt.

Vielen Dank für das Gespräch!