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    Großer Saal Stiftung Mozarteum

Oleg Caetani dirigiert Schumann

Mi, 27. Jänner 2016

Der Dirigent im Gespräch mit Gottfried Franz Kasparek

 

 

Von 3. bis 5. Februar gastiert mit dem Orchestra Sinfonica di Milano, von den Italienern kurz ‘La Verdi’ genannt, eines der führenden italienischen Orchester  im Großen Festspielhaus. Auf dem Programm der Salzburg-Konzerte stehen alle vier Symphonien von Robert Schumann. Am Pult steht Oleg Caetani, der hierzulande zuletzt mit der Aufführung von Tschaikowskis ‚Pathètique‘ mit dem Mozarteumorchester einen bleibenden Eindruck hinterließ.


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Im hellen Klang des Südens

 

Gottfried Franz Kasparek: Maestro Caetani, dass ein italienisches Orchester einen ganzen Schumann-Zyklus spielt, noch dazu nördlich der Alpen, ist doch eher ungewöhnlich. Wie kam es dazu?


Oleg Caetani: Der Klang des Orchestra Sinfonica di Milano ist hell und passt sehr gut zum Schwung der deutschen Frühromantik. Den typischen dunklen Klang der großen deutschen Orchester bringe ich viel eher mit Bruckner, Mahler oder auch Schostakowitsch in Verbindung. Es mag verwundern – obwohl Komponisten wie Schumann oder Mendelssohn mit der Belcanto-Tradition des Südens nicht viel anzufangen wussten, klingt ihre eigene Musik besonders schön, wenn das Orchester aus der italienischen Schule kommt. Das gilt sogar für den frühen Wagner.

 

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Gottfried Franz Kasparek: Die Orchester werden allerdings immer internationaler, was die Mitglieder betrifft ...

Oleg Caetani: Nicht in Italien. Es hängt auch mit dem wenigen Geld zusammen, dass diese Orchester immer noch extrem italienisch sind. Unsere Bläser zum Beispiel haben ihre Laufbahn in den traditionellen Bandas Siziliens, Kalabriens oder Apuliens begonnen. Da wirkt die Belcanto-Schule bis heute.


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Gottfried Franz Kasparek: Die so genannte Volksmusik ist ein wesentlicher Humus der Orchesterkultur – in Österreich ist es die alpenländische Blasmusik, aus der die meisten Bläser stammen. Doch wie kam es zu dieser Konfrontation Schumanns mit Respighi und Tschaikowski  in den drei Programmen?


Oleg Caetani: Das war eine Idee von Frau Fuchs – und ich finde diese Idee großartig! Tschaikowski und Respighi sind zwei Komponisten aus sehr verschiedenen Kulturen, aber beide waren von Schumann mehr beeinflusst, als man denkt. Die sehr selten gespielte, frühe F-Dur-Ouvertüre von Tschaikowski beweist das in jedem Takt. Dabei dürfte es sich sogar um eine Salzburger Erstaufführung handeln. Die Noten sind im Westen gar nicht erhältlich, nur innerhalb der russischen Gesamtausgabe. Der Schumann-Einfluss zieht sich durch das Gesamtwerk Tschaikowskis, was ihn übrigens mit dem so ganz anderen Mussorgsky verbindet. Doch auch der italienische Expressionist und Neoklassizist Ottorino Respighi war von Schumann fasziniert, wie auch Ravel, Debussy oder Strawinsky. Sogar Schostakowitsch schrieb eine neue Orchestrierung des Schumann-Cellokonzerts. Die Tatsache, dass sich Tschaikowski in den Rokoko-Variationen und Respighi in beiden diesmal gespielten Stücken auf Formen der Alten Musik und der Klassik beziehen, verbindet die drei Konzertprogramme natürlich noch zusätzlich.


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Gottfried Franz Kasparek: Schumann wurde und wird immer wieder eine Schwäche in der Orchestrierung vorgeworfen.

 

Oleg Caetani: Ja, aber das kommt aus dem Empfinden der Spätromantik. Ich verwende die Retuschen von Gustav Mahler so gut wie nicht. Schumann orchestrierte ganz eigenwillig. Alles hat einen unverwechselbaren Klang, alles ist so originell und so weit weg von Beethoven. Schumanns wesentliches Vorbild war Franz Schubert, war dessen große C-Dur-Symphonie. Es geht darum, Schumanns Polyphonie wie ein Relief darzustellen, gleichsam leuchtend, dann kann keine Rede von ungeschickter Orchestrierung sein.

 


Herzlichen Dank für das Gespräch!