• Dvoráks "Aus der Neuen Welt"

    Dvoráks "Aus der Neuen Welt"

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    Mi, 19. Dezember 2018, 19:30 Uhr
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    hr-Sinfonieorchester Frankfurt

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  • Schuberts "Große C-Dur"

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    Mo, 31. Dezember 2018, 19:30 Uhr
    Große Universitätsaula

  • Silvesterkonzert Zell am See

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  • Neujahrskonzert 1.1. 15 Uhr/New Year´s concert 3pm january 1

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    Di, 01. Jänner 2019, 19:00 Uhr
    Felsenreitschule

  • Neujahrskonzert 2.1. 19Uhr/New Year´s concert 7pm january 2

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    Philharmonie Salzburg

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    Mi, 02. Jänner 2019, 19:00 Uhr
    Felsenreitschule

‘Scheherazade.2 stellt den Höhepunkt meiner bisherigen Zusammenarbeit mit John Adams dar.’

Do, 07. Jänner 2016

Stargeigerin Leila Josefowicz im Gespräch mit Michael Sowa

 

 

Von 13. bis 15. Jänner gastiert das Finnish Radio Symphony Orchestra unter der Leitung seines Chefdirigenten Hannu Lintu drei Mal im Großen Festspielhaus. Höhepunkt des Gastspiels ist die österreichische Erstaufführung von John Adams’ 'Scheherazade.2 - Dramatic Symphony for Violin and Orchestra’ mit Stargeigerin Leila Josefowicz.

 

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Michael Sowa: Wenn man auf der Videoplattform YouTube nach Ihnen sucht wird man rasch fündig. Der erste Video-Clip zeigt Sie als Neunjährige bei der Aufführung des Scherzo Tarantella von Wieniawski vor dem damaligen amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan bei der Eröffnung einer Konzerthalle in Kalifornien. In Anbetracht Ihrer beeindruckenden Karriere gehe ich davon aus, dass Sie sich bereits sehr früh Ihres beruflichen Werdegangs als Geigerin im Klaren waren. Wie sind Sie denn erstmals mit diesem wunderbaren Instrument in Berührung gekommen und in welchem Ausmaß war es Ihre Entscheidung Violine zu lernen. Wie viele Stunden pro Tag mussten Sie denn üben?


Leila Josefowicz: Eigentlich war es mein Vater, der mich im Alter von drei Jahren an die Geige herangeführt hat. Dank der Suzuki-Methode,  die auf dem Hören und Nachahmen basiert, können bereits sehr junge Kinder - durchaus erfolgreich - ein Musikinstrument erlernen. Auch wenn es mir im Laufe der Zeit und mit zunehmendem Alter immer besser gelang, fiel es mir am Anfang tatsächlich schwer mich länger als 10 Minuten auf das Üben zu konzentrieren. Vor allem in sehr jungen Jahren war diszipliniertes  Üben keineswegs selbstverständlich und bedurfte schon immer wieder der Überzeugungskraft meiner Eltern - kleine materielle Belohnungen konnten in diesem Zusammenhang durchaus motivierend wirken! Mit einigen meiner Lehrer habe ich mich sehr gut verstanden, mit anderen weniger. Schließlich war es meine Disziplin, die Ausdauer und der sich rasch einstellende Erfolg, der mir immer wieder neuen Antrieb und Kraft zum Weitermachen verschaffte. Generell kann man sagen: Disziplin und Ausdauer sind wohl der Schlüssel zum Erfolg.


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Michael Sowa: Im Gegensatz zu vielen Ihrer KollegenInnen haben Sie bereits sehr früh damit begonnen sich mit zeitgenössischer Musik auseinanderzusetzen ...


Leila Josefowicz: Im Alter von 20 Jahren war ich es Leid großartige Aufnahmen, Werke und Interpretationen bekannter Geiger zu analysieren und zu vergleichen. Es wurde zunehmend meine Intention immer spontaner, unerwarteter und weniger vorhersehbarer zu musizieren. Während meiner Ausbildung habe ich begonnen mich bei Komponisten wie Bartók oder Berg ‚frei‘ zu fühlen. Das Leben wurde aufregender und ich habe mich gefühlt als ob ich völlig neues Gebiet beschreite.


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Michael Sowa: Einer der Komponisten mit denen Sie am besten vertraut sind ist John Adams. Mit ihm arbeiten Sie seit beinahe 15 Jahren zusammen. Sein erstes Violinkonzert haben Sie eingespielt und unzählige Male mit verschiedenen Orchestern und Dirigenten aufgeführt.


Leila Josefowicz: John Adams war der erste lebende Komponist mit dem ich im Alter von 21 Jahren zusammengearbeitet habe. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich bereits, dass ich zukünftig intensiv mit zeitgenössischen Komponisten, die Werke für mich komponieren, zusammenarbeiten möchte.

 

Scheherazade.2 stellt definitiv den Höhepunkt meiner bisherigen Zusammenarbeit mit John dar. Wir beide kennen uns so gut, dass es von meiner Seite keiner Erklärung darüber bedarf welche Musik mir besonders gut liegt. Das Werk ist eine dramatische Symphonie für Solovioline.


Es erzählt die Geschichte einer starken Frau, die gegen unterschiedliche Hindernisse ankämpft. Außerdem handelt es sich bei Scheherazade.2 um eine Geschichte von Liebe und dem Kampf für die Liebe. Im Gegensatz dazu wie es die ‚Männer mit Bart’ von ihr erwarten, möchte sie frei sein und das Leben nach ihren Vorstellungen gestalten. Es ist ein völlig individuelles, unabhängiges und rhapsodisches Lied. Dieses Werk stellt eine sehr intensive Erfahrung für mich dar. Mithilfe der Musik werde ich zu einer Schauspielerin, welche die Rolle der Scheherazade musikalisch verkörpert. Ich erzähle die Geschichte ihres Lebens, ihres Kampfs und des Triumphs. Ich finde das Werk extrem aufregend und strapaziös und hoffe, dass es mir mit meiner Interpretation gelingt diese wunderbare Musik als universelle Sprache zu vermitteln und dadurch möglichst viele Zuhörer zu erreichen.


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Michael Sowa: Bei ihrem dreitägigen Salzburg-Gastspiel steht neben der Scheherazade.2 auch das berühmte Violinkonzert von Jean Sibelius auf dem Programm. Abgesehen davon, dass es eines meiner Lieblingswerke ist, zählt es definitiv auch zum Standardrepertoire eines jeden großen Geigers. Umso weniger überraschend ist es, dass auch Sie dieses Werk bereits vielfach aufgeführt haben. Mit der Academy of St. Martin in the Fields und Sir Neville Marriner liegt auch eine Einspielung von 1995 vor. Im Gegensatz zu einem zeitgenössischen Werk, bei dem Sie womöglich die erste sind, die das Werk interpretieren, so hat beispielsweise das Sibelius Konzert eine umfassende Interpretationsgeschichte. Ich könnte mir vorstellen, dass gerade das die Herausforderung noch größer macht hier mit einer neuen Interpretation einen bleibenden Fußabdruck zu hinterlassen?


Leila Josefowicz: Das Sibelius Violinkonzert ist herrlich und ich freue mich außerordentlich es wiederholt spielen zu dürfen. Da ich soviel Zeitgenössisches spiele muss ich mich immer und immer wieder fragen was denn eigentlich der Komponist ausdrücken möchte. Ich denke nicht darüber nach was sich andere Interpreten gedacht haben, sondern versuche die Anweisungen und Noten so zu verstehen wie Sibelius sie geschrieben hat. Mir ist wichtig wie diese Musik zu mir spricht und nicht was andere darüber denken.


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Michael Sowa: Bei Ihrem letzten Salzburg-Gastspiel im Jahr 2009 haben Sie das erste Violinkonzert von John Adams mit dem Mozarteumorchester im Großen Saal des Mozarteums aufgeführt. 2015, also sechs Jahre später, werden Sie insgesamt  vier Mal im Großen Festspielhaus in Salzburg auftreten?


Leila Josefowicz: Sie haben Recht, zusätzlich zu den Konzerten für die Salzburger Kulturvereinigung im Jänner, werde ich im Sommer bei den Festspielen auch mit dem Cleveland Orchestra unter der Leitung von Franz Welser-Möst im Großen Festspielhaus zu hören sein. Auf dem Programm steht mit dem Violinkonzert von Thomas Ades wieder ein zeitgenössisches Werk! Ich freue mich sehr.

 


Vielen Dank für das Gespräch!