Sensationsfund ersten Ranges: neues Trakl-Gedicht entdeckt!

Mo, 15. Februar 2016

Bei der Auflösung einer Bibliothek in Wien wurde eine Hölderlin-Ausgabe von 1905, die aus dem Besitz von Georg Trakl stammt, entdeckt.


Sie enthält nicht nur ein Exlibris Trakls, sondern in seiner Handschrift auch ein bisher nicht bekanntes Gedicht mit dem Titel „Hölderlin“, dessen erste Strophe er später für ein anderes Gedicht verwendet hat.

Hölderlin-Transkription:


Der Wald liegt herbstlich ausgebreitet

Die Winde ruhn, ihn nicht zu wecken

Das Wild schläft friedlich in Verstecken,

Indes der Bach ganz leise gleitet.


So ward ein edles Haupt verdüstert

In seiner Schönheit Glanz und Trauer

Von Wahnsinnn, den ein frommer Schauer

Am Abend durch die Kräuter flüstert.

 

G. T.

1911

Univ. Prof. Dr. Johann Holzer vom Forschungsinstitut Brenner-Archiv spricht dabei von einem Sensationsfund ersten Ranges, der nach seinem Dafürhalten sowohl für die internationale Trakl-Forschung wie auch für unsere Georg Trakl Forschungs- und Gedenkstätte ein Glücksfall ist.


Auch unser Leiter der Forschungs- und Gedenkstätte, Dr. Hans Weichselbaum, bezeichnet diesen Fund ohne Übertreibung als sensationell, denn die Beziehung Trakls zur Dichtung Hölderlins ist eine besonders enge und dass es noch Handschriften von unpublizierten Gedichten Trakls gibt, hätte wohl keiner vermutet.


Die Salzburger Kulturvereinigung hat daher, bevor dieser Sensationsfund auf der Stuttgarter Antiquariatsmesse Ende Jänner angeboten wurde, rasch gehandelt und diese Hölderlin-Ausgabe erworben.


Der Präsident der Salzburger Kulturvereinigung Hans Schinwald freut sich außerordentlich über das neue Glanzstück der Georg Trakl Forschungs- und Gedenkstätte. Es wird gewiss großes Aufsehen auch weit über die Grenzen Österreichs hinaus erzielen.