Das Salzburger Straßentheater feierte 2011 sein 40-jähriges Bestehen! Seit seiner Gründung 1970 bietet die fahrende Bühne mit den prachtvollen Stiegl-Rössern volksnahes Theater für alle Schichten. Bei freiem Eintritt wird qualitätsvolles Volks-Theater zum Publikum auf die Plätze und Straßen in Stadt und Land Salzburg gebracht. Zu seinem Jubiläum präsentierte das Ausnahmetheater Johann Nestroys „Der Zerrissene“ in der Fassung von Prof. Klaus Gmeiner.

| Es war dem renommierten Regisseur Oscar Fritz Schuh ein großes Bedürfnis, allen SalzburgerInnen im Sommer kostenlos Theater auf höchstem Niveau bieten zu können – „Festspiele für jedermann“. Schuh hat für dieses Vorhaben ganz bewusst das Wandertheater aus der Tradition der Commedia dell‘arte als Möglichkeit gewählt, um - gemäß dem ursprünglichen Gedanken - Theater zu seinem Publikum zu bringen. Die Salzburger Kulturvereinigung hat seinen Traum realisiert und veranstaltet seit nunmehr 41 Jahren alljährlich zur Festspielzeit das Salzburger Straßentheater. |
Mit Nestroy hat man 1970 gestartet. „Frühere Verhältnisse“ stand damals am Programm. Diesem Autor - dessen Name wie kaum ein anderer für traditionelles Volkstheater steht - bleibt das Salzburger Straßentheater auch in seinem Jubiläumsjahr treu: 2010 erzählt das Ensemble die Geschichte des reichen Herrn von Lips, der trotz seines sorgenfreien Lebens keine Freude am Leben hat, aber durch ein aufregendes Abenteuer und die Entdeckung wahrer Liebe von seiner Zerrissenheit geheilt wird.
Vom 19. Juli bis 12. August beweisen renommierte und vor allem spielfreudige Schauspieler, dass das klassische Repertoire der großen Theater auch und vielleicht besonders gut auf einer kleinen Bühne unter freiem Himmel funktioniert: Klaus Gmeiner, künstlerischer Leiter und Regisseur des Salzburger Straßentheaters: „Es wird schon unterschätzt, man hat am Theater zwei Wochen Probenzeit für einen Akt, in denen wir ein komplettes Stück erarbeiten! Ich nehme das sehr ernst und würde es jedem professionellen Theater gleichstellen!“Für Überraschungen sorgt wie jedes Jahr das stets phantasievolle Bühnenbild von Bernd Dieter Müller.
Publikumslieblinge Elfriede Ott und Alfred Böhm gelang es bereits in der ersten Saison mit Nestroys „Frühere Verhältnisse“ das Salzburger Publikum restlos zu überzeugen. Seit damals zieht der Wagen mit anhaltend großem Erfolg von Ort zu Ort. Nach Schuhs Tod übernahm Klaus Gmeiner 1985 die Leitung des Salzburger Straßentheaters. Im Laufe der Jahre standen unter vielen anderen Lessing, Goethe, Shakespeare, Shaw, Goldoni, Scribe, Moliere, Bahr oder Molnár auf dem Programm.
Die Salzburger Kulturvereinigung kann derart qualitätsvolles Theater völlig kostenlos nur dank ihrer verschiedenen Partner anzubieten. Stadt, Land und Bund subventionieren seit der Gründung 1970. Die Gemeinden, in denen das Straßentheater gastiert, leisten ebenfalls einen finanziellen Beitrag und sorgen für den Wagentransport zwischen den Spielstätten. Seit Beginn an dabei ist der Hauptsponsor – die Salzburger Stieglbrauerei -, die den Kutscher und die Pferde sowie einen Probenraum kostenlos zur Verfügung stellt. Die Kostüme sind eine Leihgabe des Salzburger Landestheaters. Und nicht zuletzt leisten die Zuschauer – Stammpublikum und Zufallsbesucher – mit ihrer Spendierfreudigkeit Jahr für Jahr einen großen Beitrag.