Die Salzburger Kulturvereinigung realisierte 1970 einen Wunsch von Oscar Fritz Schuh, in Salzburg ein Theater auf der Straße zu installieren. O. F. Schuh und seine Frau Ursula – er als Regisseur und sie als Ausstatterin – haben dieser Institution 15 Jahre idealistisch gedient. 1985 haben Klaus Gmeiner und Bernd Dieter Müller (1987) deren Aufgaben übernommen und in die Fortführung des Werkes sehr viele neue Ideen eingebracht. Klaus Gmeiner inszeniert heuer zum 28. Mal ein Stück auf dem Thespiskarren. Man kann sich heute einen Festspielsommer ohne das Salzburger Straßentheater gar nicht mehr vorstellen.
Von 1970 bis inklusive 2011 konnte die Salzburger Kulturvereinigung bei 1107 Vorstellungen ihres Straßentheaters 543.000 Zuschauer zählen (rund 500 pro Vorstellung), die es sehr zu schätzen wussten, dass das Theater wieder wie früher zu ihnen gekommen ist, denn sie haben dafür gerne mit Stehplätzen vorlieb genommen, ab und zu auch dem Regen getrotzt und erfreulicherweise sogar durch Spenden mitgeholfen, diverse Finanzierungslücken zu schließen.
Die Salzburger Kulturvereinigung kann derart qualitätsvolles Theater völlig kostenlos nur dank ihrer verschiedenen Partner anzubieten. Stadt, Land und Bund subventionieren seit der Gründung 1970. Die Gemeinden, in denen das Straßentheater gastiert, leisten ebenfalls einen finanziellen Beitrag und sorgen für den Wagentransport zwischen den Spielstätten. Seit Beginn an dabei ist die Salzburger Stieglbrauerei, die den Kutscher und die Pferde, den Lokschuppen und diverse Sachleistungen kostenlos zur Verfügung stellt. Die Kostüme sind eine Leihgabe des Salzburger Landestheaters und der Lehrbauhof stellt den Proberaum zur Verfügung. Und nicht zuletzt leisten die Zuschauer – Stammpublikum und Zufallsbesucher – mit ihrer Spendierfreudigkeit Jahr für Jahr einen großen Beitrag.