Sonderausstellung_Trakl_Tobisch

Die Georg-Trakl-Forschungs- und Gedenkstätte der Salzburger Kulturvereinigung konnte von Frau Prof. Lotte Tobisch-Labotyn (1926-2019) seit 1977 vor allem die Briefe Georg Trakls an seinen Jugendfreund Erhard Buschbeck (1889-1960) erwerben. Sie war dessen letzte Lebensgefährtin. Noch wenige Jahre vor ihrem Tod am 19. 10. 2019 schenkte sie der Gedenkstätte mehrere Trakl-Dokumente, darunter den bedeutsamen „Plagiatsbrief“ vom Juli 1910. 
In ihrem Testament vermachte sie der Gedenkstätte eine Reihe von Dokumenten, die entweder einen Bezug zu Georg Trakl oder zu Erhard Buschbeck haben. Darunter ist ein seltenes Exemplar des Gedichtbandes „Sebastian im Traum“ oder ein erster Band der von Buschbeck herausgegebenen Jugenddichtungen Trakls „Aus goldenem Kelch“ mit Korrekturen. 
Buschbeck war mit dem seinerzeit sehr bekannten Schriftsteller Theodor Däubler (1876-1934) befreundet. Sie wanderten zusammen durch die Toskana oder hielten sich an der Ostsee auf. Als Buschbeck bereits am Burgtheater war, schickte ihm Däubler von seinen Reisen durch Italien und Griechenland Briefe, Ansichtskarten und Telegramme; über 250 sind im Nachlass enthalten. Buschbeck verfasste für ihn eine „Streitschrift“. Er betätigte sich auch selbst als Schriftsteller; mehrere Typoskripte sind in diesem Teilnachlass enthalten, die noch nicht veröffentlicht sind.
Frau Prof. Tobisch-Labotyn hat mit dieser Widmung das Archiv der Forschungs- und Gedenkstätte nennenswert bereichert. Sie wird uns in bester Erinnerung bleiben.

Dr. Hans Weichselbaum

 

Die Sonderausstellung ist von 3. November 2021 bis 1. Februar 2022
während der regulären Öffnungszeiten - Werktags, 14.00 Uhr - zu besichtigen.