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    Großer Saal Stiftung Mozarteum

Die Planeten im Großen Festspielhaus

Fr, 19. September 2014

Der Dirigent John Axelrod im Gespräch mit Michael Sowa


Von 24. bis 26. September 2014 entführt Sie das Mozarteumorcheter unter der Leitung von John Axelrod drei Tage in das Weltall. Axelrod war Chefdirigent des Luzerner Sinfonieorchesters, des Orchestre National des Pays de la Loire und ist aktuell erster Gastdirigent des Orchestra Sinfonica di Milano ‚Giuseppe Verdi’. Erstmals wurde Leonard Bernstein 1983 auf den damals 16jährigen Pianisten aus Texas aufmerksam. Er studierte danach Musik in Harvard und vertiefte seine Jazz Kenntnisse. Im Gespräch mit Michael Sowa erzählt John Axelrod von seiner Zeit als Bandscout, seine Rückkehr zur an das Dirigentenpult und seinem Verhältnis zur Rockmusik.

 

 


Michael Sowa: Sie haben als Bandscout bei BMG Marc Cohen und die Smashing Pumpkins entdeckt und Tori Amos gefördert. Für viele Ihrer Generation wäre das ein Traumjob gewesen – wie beurteilen rückwirkend Sie die Zeit als Musikmanager?


‘Sie gingen immer ans Limit, was natürlich das Risiko in sich barg, dass es im völligen Desaster endete. ’


John Axelrod: In meiner Zeit als Musikmanager war ich dafür verantwortlich, Künstler für das Label zu gewinnen und Aufnahmen mit diesen zu machen. Ich hatte unglaubliches Glück, mit Größen wie Tori Amos, Grammy-Gewinner Marc Cohen, Jellyfish und Bruce Hornsby arbeiten zu dürfen. Ja, mein größter Erfolg waren sicherlich die Smashing Pumpkins, auf die ich im Cabaret Metro Clubs in Chicago aufmerksam wurde. Als ich die Band zum ersten Mal  in einem überfüllten Underground-Club gehört habe, war ich sofort begeistert. Sie gingen immer ans Limit, was natürlich das Risiko in sich barg, dass es im völligen Desaster endete. Genau deshalb brachte ich sie zu BMG. Mein Boss wurde zu diesem Zeitpunkt entlassen und der neue Präsident, welcher aus der Country Musik kam, fand den Namen schrecklich und ließ sie fallen. Daraufhin begann ein Bieterkrieg zwischen 16 Labels, welchen schließlich Virgin gewann. Als die Smashing Pumpkins Nummer Eins in den Billboard Charts waren, wurde der neue Präsident von RCA schließlich ebenfalls entlassen. Aber ich muss sagen, meine Liebe zur Rockmusik hat nie abgenommen. Rock ist eine Kombination von Kommunikation und Kunst, die die Anziehungskraft von Klassik und die Popularität von Pop hat. Ich habe ein großartiges Projekt namens ClassicalRock, welches die größten Hits der klassischen Musik mit den größten Hits des klassischen Rock verbindet. Sie können es sich unter www.myclassicalrock.com oder auf YouTube ansehen.

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Michael Sowa: Wie kam es zur Wende in ihrem Leben? Warum haben Sie sich schließlich doch für die Dirigentenlaufbahn entschieden - gab es ein bestimmtes Schlüsselerlebnis?

Ich hatte eine Erleuchtung von lautloser Schönheit inmitten der mondbeschienenen Berge von Napa Valley. ’


John Axelrod: Es war 1994, also zu jener Zeit, als ich für die Robert Mondavi Winery arbeitete. Ich hatte eine Erleuchtung von lautloser Schönheit inmitten der mondbeschienenen Berge von Napa Valley. Ich grübelte darüber, ob Bernstein nicht doch recht hatte und ich eigentlich eine Dirigent sein sollte. Ich fuhr mitten in der Nacht mit dem Auto und plötzlich kam mir Wagners Tristan und Isolde in den Sinn. Die Musik war so ergreifend, dass ich mich nicht aufs Fahren konzentrieren konnte! Also stoppte ich, um auf Napa Valley in seiner vollen Pracht hinauszublicken. Nicht eine Grille war zu hören, kein Wind, keine Frösche, keine Vögel, keine Flugzeuge, keine Autos. Pure Stille. Es war die schönste Musik, die ich je hörte. Ich stieg zurück in mein Auto und startete den Motor. Ich schaltete das Radio ein und der Auftakt zu Tristan erklang. Ich nahm dies als Zeichen des Schicksals und kündigte meinen Job unmittelbar am nächsten Tag, um mich wieder dem Dirigieren zu widmen. Ich bin seither reich dafür belohnt worden. Wer nicht riskiert, der verliert...

 

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Michael Sowa: Gegenwärtig ist oft von einer Krise der Klassik die Rede. Sie haben sich als Querdenker bereits intensiv mit dieser Frage beschäftigt und auch mit diversen Cross-Over Projekten, wie etwa dem schon schon erwähnten myclassicalrock-Projekt oder dem von Ihnen gegründeten OrchestraX und zahlreichen Filmmusik-Konzerten, auf sich aufmerksam gemacht. Denken Sie, dass die Annäherung über das Populäre der richtige Weg ist oder geht es einfach nur darum, die Präsentationsform von Klassischer Musik, also die Art und Weise, wie Musik aufgeführt wird, an den Zeitgeist anzupassen? Finden Sie, als Kenner der Popmusik, dass diese genauso wertvoll sein kann wie klassische Musik?


‘Ich war glücklicherweise allen Traditionen, die in der Musik präsent sind, ausgesetzt - von Brahms bis zu Bob Dylan. ’


John Axelrod: Ich habe unzählige Orchester rund um die Welt dirigiert. Aber nur, weil ich Mahler, Mozart und Brahms dirigiere, heißt das noch lange nicht, dass ich keinen Rock mehr höre oder spiele. Ich bin wahrscheinlich der einzige klassische Dirigent, der Rock Musik dirigieren kann, und umgekehrt, der einzige Rock-Dirigent, der Klassik dirigieren kann. Das ist das wahre Bild, wer ich bin. Ich gebe nicht vor, irgendjemand anderes zu sein als ich selbst, auch wenn der MaestroX Name aus Spaß ist. Aufgrund meiner Herkunft und den vielen unterschiedlichen Erfahrungen in der Baptistenkirche, mit jüdischem Gesang in einer Synagoge und dem Mitwirken in einem Lutheraner-Chor in der Klosterschule entwickelte ich rasch ein umfangreiches Interesse und die Neugierde auf alle Genres der Musik. Dazu zählt natürlich auch der Jazz. So konnte ich mich, als ich in Harvard Musik studierte, während der Sommermonate zusätzlich am Berklee College of Music in diesem Bereich weiterentwickeln. Ich war glücklicherweise allen Traditionen, die in der Musik präsent sind, ausgesetzt - von Brahms bis zu Bob Dylan.


‘Beethoven war nie ein Problem. Die Art, wie Beethoven präsentiert wurde, war ein Problem. ’


Rockmusik habe ich mein ganzes Leben lang geliebt und so war es nur die logische Folge, Klassik und Rock zu verbinden. OrchestraX war mein erstes Experiment und es war ein Wegbereiter und Trendsetter. Ich sehe heute viele Orchester, die Dinge präsentieren, die OrchestraX vor 20 Jahren gebracht hat! Unser Motto war einfach das: Beethoven war nie ein Problem. Die Art, wie Beethoven präsentiert wurde, war ein Problem. Deshalb waren Präsentation und das Verständnis der Einstellung und der Lebensart der Schlüssel, um ein neues Publikum zu schaffen, ohne die Traditionalisten abzuschrecken. Filmmusik kann genauso anspruchsvoll sein wie klassische Meisterwerke und kann deshalb auch im selben Programm aufgeführt werden. Aber die Kriterien, um verschiedene Genre für ein Programm zu wählen, hängen von einer Sache ab: Ist es gut? Ich unterscheide nicht zwischen hoher und niedriger Musik. Jeder Musiker wird sich - egal ob es sich dabei um einen klassischen Musiker oder einen Fan von Metallica oder Miles Davis handelt - als seriös beschreiben. Das Problem an klassischer Musik ist, dass sie, sowohl in Etikette als auch akustisch, eine Distanz zu seinem Publikum geschaffen hat. Manchmal kann es sehr hilfreich sein, verschiedene Musikrichtungen in einem Programm zu haben, um das Publikum zu erreichen. Immerhin sind die Instrumente eines Orchesters in der Lage, viele verschiedene Arten von Musik zu machen. Das ist mein Interesse und meine Vision als Dirigent. Eine Diskussion in der New York Times zum Thema, ob klassische Musik tot sei, löste eine Flut von Reaktionen über Möglichkeiten, wie diese Musik besser verkauft werden könnte, aus. Der Autor Greg Sandow hat vorgeschlagen, dass klassische Konzerte als Events gehandhabt werden sollten. Ich stimme damit überein, außerhalb der Norm zu denken. Das Geschäftskonzept muss überarbeitet werden. Das Paradigma muss sich ändern. Aber so, dass eine Sache als Priorität bleibt: der virtuose Orchestermusiker. Das ist der Grund, weshalb das Gewandhaus Orchester von einer zivilen Gemeinschaft geschaffen wurde. Das ist der Grund, weshalb das Mozarteumorchester und die Camerata so zentral für die Identität Salzburgs sind. Das ist der Grund, weshalb die Ford Stiftung die Gründung von Orchestern quer durch Amerika nach dem zweiten Weltkrieg finanziert hat. Das ist der Grund, weshalb Komponisten schreiben, was sie tun: damit der Virtuose spielt, was sie komponieren. Dann ist jedes Konzert in der Tat ein Event. Und die Menschen werden bezahlen, um kommen zu dürfen. Und dann werden die Virtuosen ihre Gagen bekommen. Und dann kann die Öffentlichkeit beruhigt sein mit dem Wissen, dass die Virtuosen uns alle weiter inspirieren werden, an unsere Grenzen zu gehen.

 

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Michael Sowa: Bei der Vermarktung greifen die alt bewährten Klassik-Labels ja schon seit längerem auf gewinnbringende Strategien der Musikindustrie zurück. Sehen Sie das als Chance oder eher als Risiko? Hat man heute als seriöser Musiker, der nicht dem von der Modeindustrie vorgegaukelten Schönheitsideal entspricht, überhaupt noch eine Chance auf dem hart umkämpften Markt?

 

‘Der große Unterschied zwischen Pop und Klassik ist die Art und Weise, wie die jeweiligen Genres eine Verbindung zu ihrem Publikum herstellen.’


John Axelrod: Der große Unterschied zwischen Pop und Klassik ist die Art und Weise, wie die jeweiligen Genres eine Verbindung zu ihrem Publikum herstellen. Wie Musik aufgenommen und auf die Konzertbühne übertragen wird, sowohl Pop als auch Klassik. Konzerthallen bieten für die Musiker immer öfter die Möglichkeit, den Klang ihrer Aufnahmen wieder zu erschaffen. Popmusik spielt in Stadien, aber muss trotzdem den Klang der Aufnahme haben. Marketing ist optisch interessant, aber hilft wenig beim Verkauf von Konzerttickets. Werbung trägt wenig zum Verkauf von Aufnahmen bei oder zur Erschaffung einer Bindung - sie erhöht lediglich die Sichtbarkeit. Mundpropaganda ist wichtig, aber da Musik, wie jede Kunst, subjektiv ist, ist sie nicht der Hauptgrund für den Verkauf.

 

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Michael Sowa: Ihr von Publikum und Presse gefeiertes Debüt bei den Salzburger Festspielen 2011 mit dem Multi Percussionist Martin Grubinger mündete in einer mehrjährigen Zusammenarbeit mit dem Solisten und der Camerata Salzburg. Auch mit dem Mozarteumorchester waren Sie vor mehreren Jahren bereits auf Tournee. Es kommt nicht oft vor, dass ein Dirigent im selben Jahr und am selben Ort, dem Großen Festspielhaus, die Camerata und das Mozarteumorchester dirigiert. Was unterscheidet die beiden Klangkörper?


‘Es entstehen Momente, in denen unsere Menschlichkeit mehr wird als nur einfaches Menschsein.’

 

John Axelrod: Ich reise oft mit dem unvergleichlichen Phänomen, bekannt als ‚The Groovinger‘, Martin Grubinger. Ich erinnere mich an unsere erste Zusammenarbeit für das Mozartjahr-Programm mit dem RSO Wien: sechs Percussion-Konzerte, von denen drei Weltpremieren waren. Mittendrin spielte Grubinger Xenakis und zeigte andere virtuose Meisterleistungen. Zwischen jedem Stück und vor jeder der beiden Pausen der fünfstündigen Veranstaltung gab es Standing Ovations. Viele Leute kamen, weil sie wussten, dass sie etwas Einzigartiges erleben würden: einen Künster, der ans Limit geht und andere dazu bringt, den Gipfel der musikalischen Darbietung zu erreichen. Wenn wir solche Künstler sehen, die auf so einem Level spielen, sind wir inspiriert, verjüngt und werden daran erinnert, was der Mensch mit Körper und Geist zu schaffen im Stande ist. Und wenn wir sehen, wie das Orchester sich gegenseitig anfeuert, jeder Musiker, individuell und kollektiv, wie es die Herausforderung annimmt, dann ist das mehr als einfach nur Musik zu machen. Es entstehen Momente, in denen unsere Menschlichkeit mehr wird als nur einfaches Menschsein. Österreicher werden ja immer bekannter dafür, an ihre Limits zu gehen, nicht nur im Bodybuilding. Felix Baumgartner hat in 2012 bewiesen, dass ein Mensch in einem Raumanzug und mit einem Fallschirm aus der Stratosphäre springen kann und einen freien Fall in einer Geschwindigkeit über der Schallgeschwindigkeit überlebt. Das war ein Vorwärtsstoß, um andere Menschen zu ermutigen, ähnliche Risiken einzugehen.


‘Die Musiker der Camerata und des Mozarteumorchesters zählen zu den besten und sind bereit, täglich solche Risiken einzugehen.’

 

Die Musiker der Camerata und des Mozarteumorchesters, mit dem ich 2004 bereits im KKL in Luzern aufgetreten bin, zählen zu den besten und sind bereit, täglich solche Risiken einzugehen. Sie proben enorm viel, machen Kammermusik und unterrichten in ihrer spärlichen Freizeit. Sie haben ihr Leben der Musik verschrieben und dienen den Komponisten und dem Publikum. Doch mehr als alles andere sind sie bereit zu springen. Kennt das Publikum den Unterschied? Ja. In einem Wort: Virtuosität, ans Limit gehen. Von der Erde bis zur Stratosphäre springen, Note für Note. Das Publikum sieht das Engagement und ist überzeugt. Es ist die Virtuosität, die zählt.

 

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Michael Sowa: ‚Die Planeten’ von Gust Holst gelten als Vorläufer der heutigen Filmmusik. Sie haben das Werk 2012 erstmals mit dem Chicago Symphony Orchestra beim Ravinia Festival aufgeführt. Wenn man durch ihre Biografie liest, könnte man schnell den Eindruck gewinnen, dass Sie trotz der vereinzelten Gastauftritte, zumindest musikalisch eher in Europa als in ihrer Heimat, den Vereinigten Staaten, beheimatet sind. Sie dirigieren mit dem Mozarteumorchester an diesen drei Konzerttagen das ehemalige Orchester von Hans Graf (Chefdirigent des Houston Symphony von 2001 bis 2013) -  auch das Niederösterreichische Tonkünstler-Orchester, dem der aktuelle Houston-Chef gleichzeitig in selbiger Position vorsteht, haben Sie gerade erst kürzlich geleitet. Träumen Sie davon, eines Tages ihre unglaubliche Liste von über 150 dirigierten Orchestern mit dem Houston Symphony zu komplettieren?


‘ ... die Antwort lautete: ‚Dirigieren Sie etwa immer noch?‘ ’


John Axelrod: ‚Hahaha… gut, Sie wissen was in der Bibel steht: ‚Der Prophet gilt nichts in seinem Vaterland‘. Als Christoph Eschenbach Musikdirektor in Houston war, machte er mich zu seinem Assistenten in Deutschland. Houston Symphony als Institution war mir dabei wenig behilflich. Als eine große Stiftung einen bedeutenden Betrag an mein OrchestraX und nicht an Houston Symphony spendete, trug das auch nicht zwingend zu einer Verbesserung der Situation bei und ich erhielt bis dato keine einzige Einladung als Dirigent. Allerdings wurde ich 2011 plötzlich als zukünftiger Geschäftsführer gehandelt. Ich fragte: ‚Sie meinen Musikdirektor, weil Hans Graf aufhört, oder?‘ Die Antwort lautete: ‚Dirigieren Sie etwa immer noch?‘ Ich war, verständlicherweise, etwas überrascht und fragte: ‚Kennen Sie Google?‘ Ich gehe davon aus, dass das das Problem ist. Wahrscheinlich wissen Sie nicht einmal, dass ich all die Orchester von Eschenbach, Graf und Orozco-Estrada im Rest der Welt dirigiere. Als ich fragte, warum sie mich als Geschäftsführer wollten, antworteten sie: ‚Weil sie so gut sind im Geld auftreiben‘. Falls ich jemals, in welcher Form auch immer, wieder einen administrativen Job ausüben werde, dann werde  ich eher für Salzburg, denn für Houston Geld auftreiben. Wie auch immer - auch wenn ich alle Orchester des aktuellen und der ehemaligen Chefdirigenten des Houston Symphony Orchestras dirigiere, vielleicht klappt es ja doch noch irgendwann einmal und wir können das Vergangene hinter uns lassen. Spätestens dann wäre ich ein glücklicher ‚Ameropean‘!

 


Vielen Dank für das Gespräch!