Dr. Heinz Erich Klier (1927-2022): Ein Leben für die Kultur

13.05.2022

Die Salzburger Kulturvereinigung trauert um ihren langjährigen Generalsekretär und Vizepräsidenten.

Senatsrat Dr. Heinz Erich Klier 
1927 – 2022 
Ein Leben für die Kultur


Seit 70 Jahren prägte Heinz Klier die Salzburger Kulturvereinigung. Vergangenen Samstag, den 7. Mai hat sich ein erfülltes Leben im Dienst der Kultur vollendet.
 
Fast sechs Jahrzehnte wachte er als Generalsekretär über die Geschicke der Salzburger Kulturvereinigung. Im Jahr 1951, als 24-Jähriger, übernahm der promovierte Germanist deren Management. Vor 14 Jahren zog er sich von der Spitze zurück, war aber als vitaler und aktiver Vizepräsident des Vereines noch bis vor einigen Wochen täglich in seinem Büro im Trakl-Haus anzutreffen.
 
Der junge Heinz Klier nützte von Anfang an seine Chancen. Mit der Gründung des ersten Konzertringes 1952, der sich aus dem Theaterring des Landestheaters entwickelte, setzte er einen Meilenstein in der Musikgeschichte der Stadt Salzburg. Bereits 1957 gelang die Übersiedelung des Konzertringes in das alte Große Festspielhaus, welches 1960 nach den Plänen von Clemens Holzmeister neu eröffnet wurde. Kaum einer hätte es damals für möglich gehalten, dass jemand in der Lage wäre, das Große Festspielhaus auch außerhalb von Festspielen zu füllen. Die Abonnement-Konzerte hatten aber eine enorme Zugkraft auf die Salzburger Bevölkerung und waren stets ausverkauft. Hier sah und hörte man die Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Aram Katschaturian, die Moskauer Philharmoniker mit dem Solo-Geiger David Oistrach oder die Wiener Symphoniker dirigiert von Eduard Strauß. 
 
Weitere Meilensteine in seiner Karriere waren die Gründung des Orchesters der Salzburger Kulturvereinigung im Jahr 1962 mit Prof. Gustav Gruber, die Gründung des bis heute erfolgreichen Salzburger Straßentheaters im Jahr 1970 nach einer Idee von Prof. Oscar Fritz Schuh. 1972 – im Jahr des 25-jährigen Bestandsjubiläums der Salzburger Kulturvereinigung – gründete Dr. Klier die "Salzburger Kulturtage", die bis heute einen festen Platz im Kulturleben der Mozartstadt haben. 1973 wurde nach jahrelanger Vorbereitungszeit im renovierten Geburtshaus von Georg Trakl eine Forschungs- und Gedenkstätte (GTFG) eingerichtet, die von der Salzburger Kulturvereinigung betreut wird.
 
Zusätzlich zu seiner großen Aufgabe bei der Salzburger Kulturvereinigung leitete Heinz Klier von 1959 bis 1964 das Kartenbüro der Salzburger Festspiele. Anschließend trat er in den Dienst der Stadtgemeinde Salzburg, wo er zunächst als Leiter des Kulturamtes tätig war. Von 1968 bis 1992 leitete er die Magistratsabteilung II, Kultur- und Schulverwaltung.
 
Dr. Klier erhielt für seine Verdienste zahlreiche Auszeichnungen in Österreich und Deutschland, darunter das „Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“, das „Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich“ und das „Goldene Ehrenzeichen des Landes Salzburg“.
 
„Kultur ist nicht alles, aber ohne Kultur ist alles nichts“, war das Motto des Verstorbenen. Sein Leben für die Kultur in Salzburg motiviert alle in der Salzburger Kulturvereinigung, auch in Zukunft die vielfältigen Kulturaufgaben mit Ambition weiterzuverfolgen.
 
 
Bei der Salzburger Kulturvereinigung liegt ein Kondolenzbuch auf. Eine Eintragung ist zu den Öffnungszeiten möglich (Mo bis Fr, 9 bis 14 Uhr, Waagplatz 1a, Trakl-Haus).
Die Beisetzung fand im engsten Kreis der Familie statt.

Der öffentliche Gedenkgottestdienst für Dr. KLier findet am Mittwoche, den 1. Juni 2022 um 14 Uhr in der Franziskanerkirche statt.

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