Atelier Gespräch
Das Glücksrad der Fortuna - die Faszination eines Welterfolgs
anlässlich der Aufführung der Carmina Burana bei der Kulturvereinigung Salzburg
Montag, 2. Februar 2026, 17.00 Uhr
Bibiotheksaula, Hofstallgasse 2-4
Ateliergespräch
Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner im Gespräch mit dem künstlerischen Leiter Benjamin Schmid, dem Leiter des Bachchors Salzburg Michael Schneider
und zwei Zeitzeugen: dem Komponisten Wilfried Hiller und der bildenden Künstlerin Antje Tesche-Mentzen
1803 wurden die „Carmina Burana“, die Beurer Lieder, in der Bibliothek des Klosters Benediktbeuern gefunden. 1934 fiel Carl Orff diese Textsammlung von mittelhochdeutschen und lateinischen Spottgesängen, Liebesliedern, Trink- und Spielerliedern sowie geistlichen Theaterstücken aus dem 11. und 12. Jahrhundert in die Hände. Klang, Bilder und Sprachrhythmik inspirierten ihn derart, dass er noch am selben Tag zu komponieren begann und sich in Gedanken ein Bühnenwerk mit Sing- und Tanzchören ausmalte. Dafür fügte er 24 dieser Texte, hauptsächlich in Latein, zu einem Libretto zusammen.
Der Anrufung Fortunas folgend, deren Glücksrad den Aufstieg und Fall der Menschen bestimmt, werden in drei Teilen weltliche Themen besungen: die Freude über die Wiederkehr des Frühlings mit seinen wohltuenden Düften, Blüten und ‚süßtönendem Gesang‘, das Spielen und Trinken, Wollust und Genüsse, sowie Amors Pfeile, die Freud und Leid bringen. Im Schlusschor wird abermals die Wechselhaftigkeit der Schicksalsgöttin und das unerbittliche Rollen ihres Glücksrads beklagt. Carl Orffs szenische Kantate Carmina Burana wurde 1937 in der Oper zu Frankfurt am Main unter der musikalischen Leitung von Bertil Wetzelsberger und der Regie von Oskar Wälterlin uraufgeführt und zählt heute weltweit zu den meistgespielten Kompositionen des 20. Jahrhunderts, wenngleich sie häufiger konzertant als szenisch aufgeführt wird.
Gemeinsam mit den Zeitzeugen Wilfried Hiller (vielfach ausgezeichneter Komponist und Orff-Schüler) und Antje Tesche-Mentzen (Bildhauerin und Gestalterin des Orff-Denkmals für die Carl-Orff-Stiftung in Dießen am Ammersee) sowie dem künstlerischen Leiter der Kulturvereinigung, Benjamin Schmid, und dem Leiter des Bachchors geht das Ateliergespräch in der Universitätsbibliothek Salzburg der Faszination nach, die die Beurer Liedtexte einst auf Carl Orff ausübten und die Carl Orffs Carmina Burana heute ausüben.
Bild: Rad der Fortuna © Antje Tesche-Mentzen
Anmeldung zum Atelier Gespräch unter: ATELIER_GESPRAECH@plus.ac.at